Von griech. xénos: fremd; morphé: Gestalt; Bezeichnung für Kristalle, die im Wachstumsprozess z.B. durch andere Kristalle gestört wurden und dadurch eine ‚fremde’, abweichende Gestalt angenommen haben. Das Gegenteil, also Kristalle mit vollständig ausgebildeten Formen, wird als idiomorph bezeichnet.
Der dänische Arzt und Geologe Nicolaus Steno (1638-86) formulierte als Erster das Gesetz der Winkelkonstanz, das besagt, dass Kristalle einer Mineralart unabhängig von ihrer Gestalt und Größe immer konstante Winkel ihrer Kristallflächen aufweisen. Damit legte er das Fundament für die moderne Kristallographie.
Die Eigenschaft einiger Mineralien bei Erwärmung Lichtstrahlung (Lumineszenz) abzugeben. Beim Erwärmen werden dabei Elektronen freigesetzt, die auf höheren Energieniveaus ‚eingefangen’ und die Energie in Form von Lichtemissionen abgeben. Solche Elektronenfallen können z.B. Gitterdefekte im Kristall sein. Beispiele für Mineralien, die das Phänomen der Thermolumineszenz zeigen sind der Fluorit oder der Scheelit.
Die Tracht bezeichnet die Gesamtheit der Flächen eines Kristalls. Eine Mineralart kann je nach Kristallisationsbedingungen in unterschiedlicher Tracht auftreten. So kann beispielsweise der Pyrit als Würfel, Oktaeder oder Pentagondodekaeder kristallisieren.
Die Tenazität oder auch Zähigkeit eines Minerals beschreibt das Verhalten bei mechanischer Beanspruchung – im Gegensatz zur Härteprüfung wird dabei insbesondere die Art und Weise geprüft, in der sich die Mineralien dabei verhalten. Insbesondere wird damit die Sprödigkeit, Dehnbarkeit, Biegsamkeit oder Elastizität. Kupfer, Silber und Gold werden z.B. als geschmeidig oder duktil bezeichnet, da diese hämmerbar sind, ohne zu zerbrechen. Andere Beschreibungen sind schneidbar (z.B. Akanthit, Wismut, Argentit), biegsam (Talk, Gips, Antimonit), elastisch biegsam (Muskovit, Biotit), spröde (die meisten Mineralien) oder milde (Bleiglanz, Antimonit).
