In der Mineralogie und im Bergbau wird unter einer Stufe oder Mineralstufe eine Gruppe gut kristallisierter, freistehender Mineralien verstanden. Der Begriff wird allgemein jedoch auf alle Arten von mineralogischen Sammlerstücken angewandt. Ursprünglich kommt der Begriff wohl vor allem aus dem Bergbau, wo er für ein besonders reines, meist kristallines und daher direkt für die Verarbeitung in der Schmelze verwendbares Erzmineral verwendet wurde. Gelegentlich wird auch eine Größen- oder Qualitätsbezeichnung vorangestellt, so dass etwa von einer Kleinstufe, Handstufe oder Museumsstufe die Rede ist. Im angelsächsischen Bereich hat sich für diesen Begriff die Bezeichnung „specimen“ (= „Exemplar“) bzw. „mineral specimen“ durchgesetzt.
Die Strichfarbe, oder kurz genannt der „Strich“ ist die Farbe der Spur, die ein Mineral nach dem Streichen über eine weiße, unglasierte Porzellanplatte hinterlässt. Die Strichfarbe ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal für Mineralien, da es auch bei abweichender äußerlicher Farbe eines Minerals ein reproduzierbares Merkmal darstellt – die Eigenfarbe eines Minerals wird häufig durch Anlauffarben überdeckt und kann bei einer Mineralart stark variieren.
Bei der Spaltbarkeit handelt es sich um ein charakteristisches Kennzeichen von Mineralien, die die Form der Bruchstücke beschreibt, die nach mechanischer Beanspruchung entstehen. Die Grade der Spaltbarkeit reichen von „sehr vollkommen“ (z.B. beim Glimmer), über „vollkommen“ (z.B. Calcit), „gut“ (z.B. Feldspäte), „unvollkommen“ (z.B. Almandin) bis „schlecht“ (z.B. Quarz). Diese Eigenschaft der Mineralien hängt eng mit dem strukturellen Aufbau der Minerale zusammen. Die Spaltbarkeit zeigt daher auch in vielen Fällen eine starke Anisotropie (Richtungsabhängigkeit), d.h. dass manche Mineralien sich z.B. nur in einer Richtung spalten lassen, andere wiederum nach zwei oder mehr sog. Spaltrichtungen gespalten werden können.
Begriff aus der Lagerstättenkunde, der die Anreicherung von Schwermineralen oder Edelmetallen in Lockergestein bzw. Sedimenten bezeichnet. Die sog. alluvialen- oder Flussseifen in fließenden Gewässern gehören z.B. zu den wichtigen Lagerstätten für Gold- und Platinnuggets.
Von griech. pseudos = Schein und morphos = Gestalt; Begriff für ein Mineral, das nicht in seiner eigentlichen Kristallform auftritt, sondern die äußere Gestalt eines anderen Minerals angenommen hat. Eine solche Pseudomorphose kann beispielsweise entstehen, wenn ein Mineral in Lösung geht und der zurückgelassene Hohlraum von einer anderen Mineralart ausgefüllt wird. Eine typische Pseudomorphose ist etwa Quarz (trigonal) in Gestalt eines Baryts (orthorhombisch). Die Sprachregelung lautet dafür Quarz nach Baryt, d.h. zuerst wird das ausfüllende Mineral, dann das gestaltprägende Mineral genannt. Letzteres wird auch als Verdrängung-Pseudomorphose bezeichnet. Im Einzelnen werden noch Paramorphosen (verschiedene Modifikationen von Verbindungen), Entmischungs-Pseudomorphosen und Perimorphosen (Umwachsungen von größeren Kristallen) unterschieden.
