Freiburg, 16.06.2007

Härte

Allgemein wird unter der Härte der Widerstand verstanden, den ein Kristall einer mechanischen Beanspruchung entgegensetzt. Wird vom Mineraliensammler von der Härte eines Minerals gesprochen, ist meist die sog. Ritzhärte gemeint. Der Mineraloge Friedrich Mohs (1773 – 1839) hat 1812 die sog. Mohssche Härteskala eingeführt, in der jeder Härtegrad auf einer Skala von 1 bis 10 von einem Mineral repräsentiert wird. Jedes Mineral dieser Härteskala ritzt die Mineralien, deren Härtegrad kleiner ist. Die Härteskala beginnt mit dem weichsten Mineral der Härte 1, dem Talk. Der Härtegrad 2 (Steinsalz) kann noch mit dem Fingernagel geritzt werden. Mit dem Messer können die Härtegrade 3 (Calcit), 4 (Fluorit) und 5 (Apatit) geritzt werden. Härte 6 ist der Feldspat, 7 der Quarz, 8 der Topas, 9 der Korund und Diamant ist Härtegrad 10. Der Härtegrad ist bei einigen Mineralien auch richtungsabhängig (genannt Härteanisotropie), wie z.B. beim Disthen oder Diamant.

Freiburg, 16.06.2007

Habitus

Unter dem Habitus versteht man das relative Größenverhältnis der Flächen eines Kristalls zueinander. Kristalle gleicher Tracht (z.B. hexagonales Prisma) können mit unterschiedlichem Habitus auftreten. Beschreibungen für den Habitus sind isometrisch, tafelig, nadelig, prismatisch oder planar.

Freiburg, 16.06.2007

Glanz

Der Glanz eines Minerals hängt mit dem Brechungsvermögen und dem reflektierten Lichtanteil zusammen. Der Glanz nimmt dabei vor allem mit steigender Lichtbrechung zu. Die Grade des Glanzes sind wenig glänzend, glänzend, stark glänzend oder matt bzw. erdig bei Mineralien ohne jeglichen Glanz. Die Art des Glanzes kann als Glasglanz (Bsp. Quarz), Diamantglanz (hoher Brechungsindex, Rutil, Zinkblende, Cerussit, Diamant), Perlmuttglanz (Glimmer), Seidenglanz (faserige Minerale wie z.B. Asbest, Ulexit), Metallglanz (Bsp. Kupfer, Gold), Harzglanz (elementarer Schwefel), Fettglanz (Auripigment) und Porzellanglanz (Feldspäte).

Freiburg, 16.06.2007

Gediegen

Eine Bezeichnung für chemische Elemente, die auch in der Natur in elementarer Form vorkommen. Voraussetzung ist eine hohe chemische Stabilität – nur wenige Elemente kommen auch gediegen vor, dazu zählen Gold, Silber, Kupfer, Schwefel, Quecksilber, Kohlenstoff (als Diamant und Graphit), Tellur, Arsen, Antimon, Bismut, Osmium, Eisen / Nickel-Legierungen (nur in Meteoriten).

Freiburg, 16.06.2007

Doppelbrechung

Bezeichnung für die Aufspaltung eines Lichtstrahls in zwei getrennte Lichtstrahlen beim Eintritt in einen Kristall. Das Auftreten der Doppelbrechung wird durch eine Anisotropie der Brechungszahl in anisotropen kristallinen Materialien verursacht. Lichtstrahlen werden in einen ordentlichen Strahl aufgespalten, der sich mit einem elektrischen Feld senkrecht zur optischen Achse des Kristalls wie in einem isotropen Material ausbreitet, und einen außerordentlichen Strahl, der sich senkrecht zum ordentlichen Strahl polarisiert mit einem elektrischen Feld parallel zur optischen Achse ausbreitet. Ein Beispiel für ein Mineral mit ausgeprägter, bei durchsichtigen Kristallen gut sichtbarer Doppelbrechung ist der Calcit, der daher auch als „Doppelspat“ bezeichnet wird.


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